Hausarztmedizin im Fokus

 

Die Situation der Hausarztmedizin in der Schweiz ist seit Jahren problematisch. Gegenüber den Spezialdisziplinen hat die Hausarztmedizin an Attraktivität verloren, was sich in einem rückläufigen Interesse von jungen Studienabgängern für die Hausarztmedizin abbildet.

 

Dem geringen Nachwuchs steht eine zunehmende Überalterung der praktizierenden Ärzte gegenüber. Im Kanton Baselland liegt das Durchschnittsalter der Grundversorger beispielsweise bei 57 Jahren. Aufgrund Erreichung des Pensionsalters planen 46 Grundversorger, in den nächsten Jahren ihre Praxis weiterzugeben oder zu schliessen. Dieselben Verhältnisse zeichnen sich auf nationaler Ebene ab.

 

Verschärfend wirkt sich die Nachfrage nach hausärztlicher Betreuung aus, unter anderem durch die steigende Lebenserwartung. Die Tendenz ist eindeutig. Überall wird die Zahl der Hausärzte in den nächsten Jahren teilweise  markant zurückgehen. Ohne Gegenmassnahmen zeichnet sich ein besorgniserregender Hausärztenotstand ab.

 

Notstand

Viele Ärzte im oberen Baselbiet haben einen Aufnahme-Stopp für neue Patienten, da sie an ihre Grenzen stossen.

Die Zeit im Wandel

Die Nachfrage nach hausärztlicher Dienstleistung ist gross. Dennoch fehlt es aufgrund der geschilderten Probleme an jungen Ärzten, die Praxen übernehmen wollen.

«Ja» zur Hausarztmedizin

Seit dem starken Wahlergebniss von 88%
JA-Stimmen zur eidgenössischen Hausarztinitiative resp. dem Gegenvorschlag, sind positive Auswirkungen für Hausärzte spürbar. Auf eidgenössischer und kommunaler Ebene laufen Förderprogramme wie z.B.
das «Curriculum für Hausarztmedizin»
(speziell gefördertes Ausbildungsprogramm
für Interessenten an Hausarztmedizin) und
die Praxisassistenzen (praktische Ausbildungen
in Hausarztpraxen für angehende Hausärzte).